1 Vujora

Dissertation Rwth Medizin

An unserer Fakultät wurde vor einigen Jahren auf Beschluss des Fakultätsrats die kumulative Dissertation eingeführt.

Gemeint ist damit eine Dissertation, die über Veröffentlichungen in Fachzeitschriften zur Promotion führt. In der Regel handelt es sich hierbei um zwei erfolgreiche Publikationen in international anerkannten Fachzeitschriften mit Impact factor. Die Impact Faktoren der betreffenden Journale (gemessen am mittleren Impact Factor des jeweiligen Fachgebietes) stellen ihrerseits eine wichtige Bewertungsgrundlage dar und nehmen so Einfluss auf die Punktevergabe und damit letztlich auf die Benotung der Promotionsleistung.

Zuvor war an unserer Fakultät, wie an vielen anderen Fakultäten, die monografische Dissertation der Standard: Hierbei wird eine Monografie erarbeitet und (häufig in vervielfältigter, klebegebundener Form) als schriftliche Promotionsleistung vorgelegt.

Hintergrund der Einführung der kumulativen Dissertation war die vielfach geäußerte Kritik, dass die Monografie nicht selten eine Art „Fleißarbeit“ darstelle, die lediglich den Erwartungen der involvierten Gutachter genügen müsse. Demgegenüber müssen Publikationserfolge in den vorgenannten Journals in einem unabhängigen Verfahren – in der Regel im Rahmen eines Peer-Review-Prozesses durch unbekannte Gutachter („double blind“) – erzielt werden. Zudem wird der Doktorand mit der kumulativen Promotion bereits an die zumeist sehr kompetitiven alltäglichen Rahmenbedingungen wissenschaftlichen Publizierens herangeführt.

Tatsächlich orientiert sich auch die leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM) an den medizinischen Fakultäten zumeist an den individuellen Publikationserfolgen in internationalen Zeitschriften bzw. an den hierbei erzielten kumulativen Impact Faktoren. Vor diesem Hintergrund erhalten Doktoranden, die kumulativ promovieren, in der Bewertungskategorie „Publikationserfolge“ wichtige Punkte, während Doktoranden, die ihre Promotion noch nach dem monografischen Verfahren abschließen, in dieser Kategorie ohne Punkte bleiben und somit auch eine schlechtere Gesamtnote erzielen.

Andererseits kann die kumulative Dissertation den Eindruck erwecken, dass hier nur wenige publizierte Seiten für eine Promotion „ausreichen“, während eine Monografie häufig eine dreistellige Seitenzahl umfasst. Tatsächlich sind Journalpublikationen in der Regel stark verdichtet und auf wenige Seiten angelegt, weshalb die hierfür aufzubringende Leistung leicht unterschätzt wird – insbesondere, wenn man quantitative Maßstäbe anlegt.

In dem (an der Nahtstelle von Medizin und Geisteswissenschaften angesiedelten) Fach Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin ist die Situation noch komplexer: Zum einen haben Monographien hier eine besonders große und lange Tradition, und zum anderen ist die Zahl der Fachjournale, die für ein GTE-Thema in Frage kommen und einen Impact Factor ausweisen, deutlich kleiner als in anderen Fächern der Fakultät.

Vor diesem Hintergrund bitten wir Interessenten vor einer Kontaktaufnahme um eine kritische Reflexion des Promotionsweges:

Nach unseren in den letzten Jahren gewonnenen Erfahrungen ist eine kumulative Dissertation im Fach GTE schwieriger, hürdenreicher bzw. zeitaufwändiger als eine monografische Dissertation, obwohl Zeitschriftenaufsätze weniger umfangreich sind und damit prima vista weniger arbeitsintensiv erscheinen als eine Monografie. Der Arbeitsaufwand bei kumulativen Arbeiten wird entsprechend von vielen unterschätzt. Zu berücksichtigen ist, dass Publikationserfolge nicht garantiert werden können – insofern ist der Erfolg bei einer herkömmlichen monografischen Promotion leichter planbar.

Wenn Sie als Geisteswissenschaftler an einer monografischen Promotion im Fach GTE interessiert sind, besteht die Möglichkeit, eine solche Promotion in Absprache mit uns an der Philosophischen Fakultät durchzuführen (Dr. phil.). All denjenigen, die in der Frage kumulative versus monografische Dissertation unentschlossen sind bzw. Beratungsbedarf sehen, möchten wir eine Kontaktaufnahme unter gte-med-sekr@remove-this.ukaachen.de anbieten.

Es findet kein Publikumsverkehr im Promotionsbüro statt Doktorandinnen und Doktoranden wenden sich bitte an ihren zuständigen Promotionsbeauftragten. Reichen Sie bitte alle Unterlagen beim Promotionsbeauftragten ein.

Promotionen

Termine "Wissenschaftliches Fehlverhalten und gute wissenschaftliche Praxis"

Die nächste QP-Veranstaltung "Wissenschaftliches Fehlverhalten und gute wissenschaftliche Praxis" (ME068) findet am 5.2.2018 von 12 bis 17 Uhr im Hörsaal 1 statt .

(nicht anmeldepflichtig)

Weitere Termine:
23.05.2018 (Hörsaal 5); 27.09.2018 (Hörsaal 6)

Thilo Vogel

Die Medizinische Fakultät der RWTH Aachen hat das Recht der Promotion.

Durch die Promotion wird eine über das allgemeine Studienziel hinausgehende Befähigung zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit nachgewiesen. Die Befähigung wird aufgrund einer beachtlichen schriftlichen Arbeit (Dissertation), die einen Fortschritt des Standes der wissenschaftlichen Erkenntnis darstellt, und einer mündlichen Prüfung festgestellt. Bei erfolgreichem Abschluss der Promotion verleiht die Fakultät den Doktorgrad in männlicher oder weiblicher Form.

Die Medizinische Fakultät verleiht den Grad einer Doktorin oder eines Doktors der Medizin (Doctor medicinae, abgek. Dr. med.), einer Doktorin oder eines Doktors der Zahnmedizin (Doctor medicinae dentariae, abgek. Dr. med. dent.) sowie einer Doktorin oder eines Doktors der Theoretischen Medizin (Doctor rerum medicinalium, (abgek. Dr. rer. medic.).

beantragter Doktorgrad

Sehr gut mit Auszeichnung


(summa cum laude)

Sehr gut


(magna cum laude)

Gut


(cum laude)

Genügend (befriedigend bis ausreichend)

(rite)

Dr. med.

9

47

57

14

Dr. med. dent.

3

8

11

1

Dr. rer. medic.

5

17

10

1

Notenspiegel der Medizinischen Fakultät 10 (2016)

Das Promotionsverfahren und weitere Details sind in der Promotionsordnung festgelegt. Es ist eine sechste Änderungsordnung der Promotionsordnung vom 08.01.2008 verabschiedet worden, die am 7.11.2017 in Kraft getreten ist. Die fünfte Änderungsordnung der Promotionsordnung vom 18.2.2016 tritt gleichzeitig außer Kraft.

Zuständig für den korrekten Ablauf der Promotionsverfahren ist der Promotionsausschuss der Medizinischen Fakultät bzw. dessen Vorsitzender.

Ansprechpartnerinnen der Promotionsbeauftragten im Verlauf des Verfahrens sind die vom Dekan beauftragten Mitarbeiterinnen des Promotionsbüros.

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